Diagramm zum Unternehmenswachstum mit Flaggen von Kroatien, Slowenien, Österreich und Serbien als Vergleich der Steuersysteme.

Wo ist es am profitabelsten zu arbeiten? Ein Vergleich der Steuern in Kroatien, Slowenien, Österreich und Serbien

Die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit wird ein immer wichtigerer Faktor bei der Auswahl eines Marktes für die Geschäftsexpansion. Kroatien sowie die Länder unserer Region – Slowenien, Österreich und Serbien – stehen häufig im Fokus von Unternehmern und Investoren, sei es aufgrund der Nähe, des Marktpotenzials oder steuerlicher Vorteile.

CONEO Croatia hat daher einen kleinen steuerlichen Leitfaden für die Region vorbereitet. Welches Land bietet die günstigsten Bedingungen für Geschäftsführer und Eigentümer? Wo ist die Auszahlung eines 13. Gehalts steuerlich am effizientesten? Wer hat den meisten Jahresurlaub, Feiertage und Mutterschutz? Antworten auf diese Fragen finden Sie im Folgenden.

Wo ist Arbeiten am günstigsten?

Für jeden Arbeitnehmer, der beispielsweise ein Nettogehalt von 1.500 € erhält, sind die tatsächlichen Kosten für den Arbeitgeber deutlich höher. Dieser Betrag umfasst zahlreiche verpflichtende Beiträge, Steuern und Abgaben, die der Arbeitgeber an den Staat zahlen muss. In Kroatien wird der Arbeitgeber für ein Nettogehalt von 1.500 € etwa 2.513 € aufwenden, was etwas günstiger ist als in den benachbarten Ländern Slowenien und Österreich. Das System der Beiträge und der Einkommensteuer in Kroatien ist relativ einfach, mit klaren Schwellenwerten und festen Beiträgen für Renten- und Krankenversicherung.

Slowenien wendet ein komplexeres Modell der Besteuerung von Arbeit an, bei dem zunächst Sozialbeiträge vom Bruttogehalt abgezogen werden und anschließend auf den verbleibenden Betrag die Einkommensteuer berechnet wird, unter Berücksichtigung persönlicher Freibeträge und Steuerabzüge. Die Einkommensteuer in Slowenien wird nach einer progressiven Skala bestimmt, was bedeutet, dass Personen mit höheren Einkommen höhere Steuersätze zahlen. So wird der Arbeitgeber für ein Nettogehalt von 1.500 € etwa 2.693 € aufwenden.

Dieser Betrag steigt in Österreich weiter auf 2.830 €, da dort die Belastung der Arbeit deutlich höher ist, gleichzeitig aber auch ein entwickelteres System der sozialen Sicherheit und Arbeitnehmerleistungen besteht. Die hohen Arbeitskosten bleiben eines der größten Hindernisse für die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Unternehmen und Start-ups.

In Serbien wird der Arbeitgeber für dasselbe Nettogehalt etwa 2.240 € aufwenden, einschließlich der Versicherungsbeiträge.

Wie viel bleibt tatsächlich vom Gehalt übrig?

Die Einkommensteuer ist einer der wichtigsten Indikatoren für die steuerliche Belastung der Arbeit. Sie wird auf verschiedene Einkommensarten angewendet: Gehälter, Honorare, Mieteinnahmen, Dividenden und beeinflusst somit stark das Nettoeinkommen.

Die Modelle der Besteuerung unterscheiden sich zwischen den Ländern. Kroatien wendet ein progressives Einkommensteuersystem mit zwei grundlegenden Steuersätzen an, die je nach Höhe der monatlichen Steuerbemessungsgrundlage angewendet werden. Die geltenden Sätze betragen 20 % für Einkommen bis zur festgelegten Grenze und 30 % für darüber hinausgehende Beträge, abhängig von Entscheidungen der lokalen Selbstverwaltungseinheiten.

Slowenien wendet ein progressives System mit mehreren Steuerklassen an, wobei der Steuersatz mit steigendem Jahreseinkommen zunimmt. Die Sätze beginnen bei 16 % für die niedrigsten Einkommensklassen und erreichen bis zu 50 % für Einkommen über 78.016,32 € jährlich.

Das österreichische Einkommensteuersystem basiert auf sechs Steuerklassen mit progressiv steigenden Sätzen. Für Jahreseinkommen unter 13.308 € beträgt der Steuersatz 0 %, darüber beginnt er bei 20 % und steigt schrittweise bis auf 55 % für Einkommen über 1.000.000 € jährlich. Neue gesetzliche Änderungen sehen vor, dass die ersten fünf Steuersätze an die Inflation angepasst werden (+3,83 %), während der höchste Satz von 55 % vorübergehend bis Ende 2025 gilt und danach auf 50 % zurückgeht.

Die Einkommensteuer in Serbien umfasst ein breites Spektrum an Einkommensquellen, von Gehältern und selbstständiger Tätigkeit bis hin zu Mieteinnahmen, Urheberhonoraren und Kapitalgewinnen. Die Steuersätze bewegen sich zwischen 10 % und 20 %, abhängig von der Einkommensart, während Kapitalerträge wie Dividenden und Zinsen mit 15 % besteuert werden.

Das System sieht mehrere Besteuerungsmodelle vor: das klassische Modell, die Pauschalbesteuerung und die Besteuerung an der Quelle, wodurch eine Anpassung an verschiedene Steuerpflichtigenprofile möglich ist. Das Pauschalmodell ist besonders attraktiv für kleine Unternehmer, da es eine vereinfachte Geschäftstätigkeit ohne Buchführungspflicht ermöglicht. Steuerpflichtigen stehen auch verschiedene Steuererleichterungen zur Verfügung, einschließlich eines steuerfreien Gehaltsanteils und Vorteile für unterhaltsberechtigte Familienmitglieder.

Ein solcher flexibler Ansatz macht das serbische Steuersystem relativ einfach in der Anwendung, insbesondere für Selbstständige und Kleinstunternehmer.

Was ist mit steuerfreien Leistungen und dem 13. Gehalt?

Steuerfreie Zusatzleistungen und die Auszahlung eines 13. Gehalts stellen ein wichtiges Instrument zur Mitarbeitervergütung dar und ermöglichen es Unternehmen gleichzeitig, Arbeitskosten ohne zusätzliche steuerliche Belastung zu optimieren. Der Ansatz unterscheidet sich erheblich zwischen Kroatien, Slowenien, Österreich und Serbien.

Arbeitgeber in Kroatien haben die Möglichkeit, verschiedene steuerfreie Leistungen auszuzahlen, wie Transportkosten, Verpflegung, Außendienstzulagen, Tagegelder sowie Weihnachts- und Osterboni, jeweils bis zu bestimmten gesetzlichen Grenzen. Obwohl das 13. Gehalt gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, wird es in der Praxis häufig als zusätzlicher Anreiz genutzt.

Slowenien ermöglicht ebenfalls steuerfreie Leistungen innerhalb klar definierter Grenzen. Die Verpflegungspauschale ist bis zu 7,96 € pro Tag steuerfrei, während die Pendlerpauschale bis zu 0,21 € pro Kilometer anerkannt wird, jedoch maximal 140 € pro Monat.

Österreich hebt sich in diesem Bereich besonders hervor. Die Auszahlung eines 13. und sogar 14. Gehalts ist gängige Praxis und steuerlich günstiger behandelt, mit niedrigeren Steuer- und Beitragssätzen im Vergleich zum regulären Gehalt.

Serbien betrachtet steuerfreie Leistungen als Instrument mit gewisser Flexibilität und steuerlichen Erleichterungen, deren Anwendung jedoch klar gesetzlich geregelt und begrenzt ist. Das 13. Gehalt wird als reguläres Einkommen behandelt und unterliegt allen Steuer- und Beitragspflichten.

Wer hat den meisten Urlaub, Feiertage und Mutterschutz?

Kroatien schreibt mindestens 20 Arbeitstage Jahresurlaub für Vollzeitbeschäftigte vor, mit der Möglichkeit zusätzlicher Tage auf Basis von Kollektivverträgen oder internen Regelungen. Die Anzahl der gesetzlichen Feiertage beträgt 14 pro Jahr. Eltern haben Anspruch auf bis zu 58 Wochen bezahlten Urlaub nach der Geburt, was zu den längsten Regelungen in der EU zählt.

Slowenien wendet ein sehr ähnliches Modell mit mindestens 20 Arbeitstagen Urlaub an. Es gibt 15 gesetzliche Feiertage. Mütter haben Anspruch auf 105 Tage Mutterschutz, zusätzlich steht beiden Eltern ein Elternurlaub von 160 Tagen zu.

In Österreich haben Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 25 Arbeitstage Urlaub, was über dem EU-Durchschnitt liegt. Nach 25 Dienstjahren erhöht sich dieser Anspruch auf 30 Tage. Es gibt 13 Feiertage, und der Mutterschutz dauert 16 Wochen.

Serbien sieht mindestens 20 Arbeitstage Urlaub vor. Das Gesetz erlaubt Angehörigen religiöser und nationaler Minderheiten zusätzliche freie Tage für ihre Feiertage. Der Mutterschutz beginnt frühestens 45 Tage vor dem Geburtstermin und dauert 12 Monate für das erste und zweite Kind oder 24 Monate für das dritte und jedes weitere Kind.

Wo ist es am günstigsten, Geschäftsführer zu sein?

In Kroatien können Geschäftsführer auf Basis eines Arbeitsvertrags oder eines Geschäftsführungsvertrags tätig sein. In beiden Fällen besteht eine Pflicht zur Zahlung von Beiträgen, unabhängig davon, ob ein Gehalt ausgezahlt wird.

Ist der Geschäftsführer zugleich Eigentümer und nicht angestellt, gilt er als versichert auf Grundlage der Tätigkeit und muss Beiträge auf eine gesetzlich festgelegte Mindestbemessungsgrundlage zahlen. Diese beträgt etwa 1.050 € brutto monatlich.

Slowenien verfolgt einen ähnlichen Ansatz, mit einer Mindestbemessungsgrundlage von etwa 1.332,57 €, bzw. 1.400–1.500 € für Selbstständige.

In Österreich gibt es keine ausdrücklich festgelegte Mindestvergütung, jedoch muss diese wirtschaftlich angemessen sein. Behörden können eingreifen, wenn die Vergütung unangemessen ist.

In Serbien kann der Geschäftsführer auf Basis eines Arbeitsvertrags oder eines speziellen Vertrags tätig sein, wobei in beiden Fällen Beiträge zu zahlen sind. Die Mindestbemessungsgrundlage beträgt etwa 485 € monatlich.

Wo ist es am günstigsten, Gewinn zu erzielen?

Für Unternehmer bedeutet die Körperschaftsteuer eine Sache: wie viel vom verdienten Geld im Unternehmen verbleibt, nachdem alle Kosten gedeckt sind und der Staat seinen Anteil genommen hat. Sie wird nicht auf den Umsatz erhoben, sondern auf den tatsächlichen Gewinn – also die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.

In Kroatien gelten differenzierte Steuersätze: 10 % für Einnahmen bis 1 Million € und 18 % darüber, was für kleine und mittlere Unternehmen vorteilhaft ist.

In Slowenien gilt ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 22 %, der gesetzlich bis 2028 festgelegt ist. Österreich wendet einen einfachen Satz von 23 % an.

Serbien bietet einen wettbewerbsfähigen einheitlichen Steuersatz von 15 %, jedoch mit einem geringeren Umfang an Anreizen.

Was bleibt den Investoren?

Die Art und Weise, wie ein Land Einkünfte aus Aktien, Anteilen oder Vermögensverkäufen besteuert, beeinflusst maßgeblich die Entscheidungen von Investoren und Unternehmenseigentümern. Kroatien hat eine deutlich günstigere Behandlung, wobei Kapitalerträge aus Dividenden oder Gewinnanteilen mit 12 % besteuert werden.

Slowenien wendet ein System der schrittweisen Senkung der Kapitalertragsteuer je nach Haltedauer an, beginnend bei 25 % und sinkend alle fünf Jahre, bis auf 0 % nach 15 Jahren.

Österreich behält einen einheitlichen Steuersatz von 27,5 % ohne progressive Reduktion bei, ebenso wie Serbien mit einem einheitlichen Satz von 15 %.

Wo ist die Mehrwertsteuer am niedrigsten?

Kroatien wendet einen Standardsatz von 25 % an, mit einem ermäßigten Satz von 13 % für Gastronomie, Babywindeln, Menstruationsprodukte, Wasser, Strom und Erdgas, während ein Satz von 5 % für Brot, Milch, bestimmte Medikamente, Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen und Ähnliches gilt.

Slowenien bietet neben dem Standardsatz von 20 % auch einen ermäßigten Satz von 9,5 % für eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen, darunter Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, Medikamente, Personenverkehr, Eintrittskarten für Kultur- und Sportveranstaltungen, Restaurant- und Catering-Dienstleistungen, Hotelunterkünfte, Friseurdienstleistungen, kleinere Reparaturen, Reinigung von Privathaushalten und soziale Dienstleistungen sowie die Vermietung von Wohnraum, kommunale Reinigungsdienste und Bestattungsdienste. Ein besonderer ermäßigter Satz von 5 % gilt für Bücher, E-Books und Verlagsdienstleistungen.

Österreich hat einen Standardsatz von 20 %, einen ermäßigten Satz von 10 % für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen, darunter Lebensmittel, verschreibungspflichtige Medikamente, Bücher, Zeitungen, Wohnraummiete, öffentlichen Verkehr und Beherbergung. Ein Satz von 13 % gilt für Kultur- und Sportveranstaltungen, Blumen, Kinokarten und Gastronomieleistungen.

In Serbien beträgt der Standardsatz der Mehrwertsteuer 20 %, während der ermäßigte Satz von 10 % für grundlegende Lebensmittel, medizinische Produkte, Schulbücher und Erdgas gilt.

Wo ist es am günstigsten, ein Unternehmen zu führen?

Kroatien zeichnet sich durch ein stabiles gesetzliches Umfeld und günstige Bedingungen für Mikro- und Kleinunternehmen aus. Das österreichische System bietet ein hohes Maß an Arbeitnehmerschutz, jedoch mit einer erheblichen Belastung für Arbeitgeber. Slowenien bietet ein ausgewogenes Modell mit Fokus auf Progressivität, während Serbien mit wettbewerbsfähigen Steuersätzen und niedrigeren Arbeitskosten überzeugt, trotz begrenzterer steuerlicher Anreize.

Die Wahl des günstigsten steuerlichen Umfelds hängt maßgeblich vom Profil des Unternehmers, der Unternehmensgröße, der Branche, der Eigentümerstruktur und den langfristigen strategischen Zielen ab.

CONEO Croatia berät Mandanten in der täglichen Praxis bei der Analyse und Optimierung von Steuer- und Geschäftsmodellen – kontaktieren Sie uns gerne für eine detaillierte Bewertung.

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